Stimmt wirklich alles, was über Transfettsäuren in der Ernährung behauptet wird?

Pressemitteilung des Backmittelinstituts e.V. Bonn/Wien und des Margarine-Instituts für gesunde Ernährung e.V. Bonn

Transfettsäuren sind keine gefährlichen oder bedenklichen Nahrungsbestandteile. Sie sind in vielen Lebensmitteln natürlich enthalten. Nur ihre zu hohe Aufnahme ist unerwünscht wie die der gesättigten Fettsäuren.

Schon seit vielen Jahren scheint es zum guten Umgangston mancher Medienberichte zu gehören, die Verbraucher mit Hiobsbotschaften über Lebensmittel und ihre schädlichen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit zu verunsichern. So ist ganz aktuell das Thema "Transfettsäuren" in die Schusslinie eines österreichischen Magazins geraten. Doch wie sieht der massgebliche und aktuelle wissenschaftliche Kenntnisstand aus?

In ihrem Gutachten zu Transfettsäuren, das die oberste wissenschaftliche Instanz der EU in Lebensmittelfragen, die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), am 1. September 2004 veröffentlichte, kommt sie zu folgenden Ergebnissen:
- Transfettsäuren wirken sich ungünstig auf den Fettstoffwechsel aus, sie erhöhen das unerwünschte sog. "LDL-Cholesterin", das bei erhöhter Aufnahme zu einem vergrösserten Herz-Kreislauf-Risiko beitragen kann. Gesättigte Fettsäuren haben grundsätzlich denselben Effekt, allerdings in einem etwas geringerem Masse. Die derzeitige Aufnahme von Transfettsäuren über die Nahrung ist jedoch im allgemeinen um mehr als das 10fache geringer als die von gesättigten Fettsäuren, deren Aufnahme in vielen europäischen Ländern über den Ernährungsempfehlungen liegt.
- Für andere negative Effekte von Transfettsäuren - wie erhöhtes Krebsrisiko, Erhöhung des Blutdrucks, Typ 2 Diabetes oder Allergien - gibt es keine wissenschaftlich begründbaren Anhaltspunkte. Darüber hinaus konnte kein Zusammenhang gefunden werden, der einen möglichen nachteiligen Effekt von Transfettsäuren auf die (früh)kindliche Entwicklung belegt.
Die in einem österreichischen Magazin genannten Behauptungen entbehren jeder wissenschaftlichen Grundlage. Darüber hinaus beziehen sie sich auf Daten, die im Gegensatz zur aktuellen EFSA-Studie ca. 15 Jahre alt sind und auf Konsumgewohnheiten von US-Bürgern zurückgreifen.
Die Lebensmittelindustrie kommt der bereits bekannten Empfehlung nach Minimierung des Transfettsäure-Gehaltes seit mindestens einem Jahrzehnt konsequent nach. Die Verbraucher nehmen heute über den Fettanteil ihrer Ernährung nachweislich entschieden weniger Transfettsäuren auf als früher, auch die Verbraucher in Österreich. Was Backwaren und die in ihnen verarbeiteten Rohstoffe betrifft, so spielt der Transfettsäure-Gehalt durch den Verdünnungseffekt keine Rolle mehr.

Wir unterstützten daher die Position des österreichischen Fachverbandes der Nahrungs- und Genussmittelindustrie zu Transfettsäuren voll und ganz.

Für weitere Informationen:

Backmittelinstitut e.V.
RA Amin Werner
e-mail: backmittelinstitut@t-online.de
homepage: www.wissensforum-backwaren.at
Markt 9
D- 53111 Bonn
Tel.+0049 (0) 228 – 96 97 70
Fax +049 (0) 228 – 96 97 777

Margarine-Institut für gesunde Ernährung e.V.
Karl-Heinz Legendre
e-mail: margarin@mediascape.de
homepage: www.margarine-institut.de
Godesberger Allee 157
D- 53175 Bonn
Tel. +0049 (0) 228 – 261 81 48
Fax +0049 (0) 228 – 910 74 28

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