Künftig geänderte Kennzeichnung von Ölen und Fetten

Verband der Deutschen Margarineindustrie e.V. / Backmittelinstitut e.V., Bonn

 

Im Rahmen der Änderung der Lebensmittel- Kennzeichnungsverordnung (LMKV) werden zum 25. November 2005 verschiedenen Deklarationsverpflichtungen geändert bzw. angepasst. So wird u.a. auch – nach dem Wegfall der Möglichkeit der Kombination von Positionen – eine getrennte Angabe von gehärteten und nicht gehärteten Fetten und Ölen erforderlich sein. Die Position „pflanzliche Öle und Fette z.T. gehärtet“, die sich in der bisherigen Kennzeichnungspraxis durchgesetzt hat und eine seit Jahren in Wissenschaft und bei Verbrauchern bekannte Angabe ist, wird unter juristischen Aspekten nicht mehr haltbar sein. Dies dürfte auch für die Bezeichnung „z.T. gehärtet“ gelten. Eine Kennzeichnung, die den Erfordernissen der geänderten LMKV entspricht, müsste insgesamt vier Positionen aufweisen: „pflanzliches Öl, pflanzliches Öl gehärtet, pflanzliches Fett, pflanzliches Fett gehärtet“. Dies ist jedoch in der Praxis kaum umsetzbar.

Im Bereich der preiswerten Haushaltsmargarinen und auch bei Weiterverarbeitungsprodukten können die Preise nur eingehalten werden, wenn Rohstoffe eingesetzt werden, die sowohl den qualitativen Anforderungen entsprechen als auch preislich akzeptabel sind. Würden die Änderungswünsche des Gesetzgebers greifen, müsste eine Vielzahl von verschieden bedruckten Packungsvarianten vorrätig gehalten werden, damit die Forderung nach Angabe der Anteile in mengenmäßig absteigender Reihenfolge eingehalten werden kann. Diese Varianten müssten überdies jeweils auf die enthaltenen Mengen an pflanzlichem Öl, pflanzlichem Öl gehärtet, pflanzlichem Fett und pflanzlichem Fett gehärtet abgestimmt sein und eventuell auch durch mengenmäßig vorgehende weitere Zutaten unterbrochen werden.

Eine solche detaillierte und komplizierte Aufschlüsselung ist unpraktikabel und kann insofern auch nicht vom Gesetzgeber gewollt sein! Was ist der Sinn und Zweck eines Zutatenverzeichnisses in diesem Zusammenhang? Was benötigt der Verbraucher
als Information?

  • Er sollte mengenmäßig ungefähr den Gehalt an Ölen und Fetten erkennen können – jeweils aufgeteilt nach pflanzlicher oder tierischer Herkunft.
  • Er sollte wissen, ob Öl oder Fett gehärtet worden sind, wobei jegliche Form der Härtung ohne Differenzierung erfasst wird. Bei dem Härtungshinweis handelt es sich um eine Information zum Herstellungsverfahren, die auch nicht mittelbar nährwertbezogene Hinweise enthält.

Daher ist es nicht erforderlich, die jeweils enthaltenen Mengen gehärteter Öle und Fette als gesonderte Positionen im Zutatenverzeichnis aufzuführen.
Der Verband der Deutschen Margarineindustrie e.V. und das Backmittelinstitut e.V. regen daher eine praxisgerechte Anwendung der Kennzeichnung von z.T. gehärteten Fetten und Ölen an.

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