Fernsehbericht Enzyme im Brot

Der Kommentar:

Der Skandal um den Verkauf gefälschter Berichte an Stern-TV und andere Magazine hat gezeigt, wie hart der Wettbewerb in den Medien und auch bei freien Journalisten ist. Anscheinend kann nur, wer Sensationen bietet, beim Kampf um Einschaltquoten erfolgreich sein. Ein Beispiel einer sensationsmäßig aufgemachten und unsachlichen Berichterstattung war leider auch der Beitrag „Enzyme im Brot“ in der Sendereihe Markt WDR 3 am 05.02.1996 (Das Thema wurde aufgegriffen im ARD/ZDF Frühstücksfernsehn am 07.02.1996). Aussagen wie „Brot herstellen und essen macht krank“ und „Brot - eine rustikale Sterbehilfe“ sind sicher nicht geeignet, das ohne Frage wichtige Thema Allergien zu behandeln. In aller Kürze kann man festhalten: - Enzyme (Proteine, die als Biokatalysatoren wirken), kommen nicht nur durch Backmittel ins Brot, sondern sind von Natur aus im Getreide und damit Mehl enthalten. - Grundsätzlich kann jedes Eiweiß bei dafür sensibilisierten Personen eine Allergie auslösen. Lebensmittel, die relativ häufig Allergien auslösen, sind beispielsweise Milch, Nüsse, Fisch und Früchte (Kiwi). - Enzyme, wie die in der Sendung erwähnte alpha-Amylase, können bei dafür sensibilisierten Bäckern allergische Reaktionen hervorrufen, wenn Stäube davon eingeatmet werden. Zahlenmäßig häufiger sind Allergien durch Mehlstaub. Inzwischen werden überwiegend staubfreie alpha-Amylasen in Backmitteln eingesetzt. Es ist schade, wenn der Verbraucher ungerechtfertigterweise durch eine derartige Berichterstattung verunsichert wird, zumal aus ernährungsphysiologischer Sicht, die Erhöhung des Brotverzehrs zu empfehlen ist.

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